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Liest du die Worte …

„Mein Lieber! Du liegst im Gras, den Kopf im Nacken, um dich herum keine Menschenseele, du hörst nur den Wind und schaust hinauf in den offenen Himmel – in das Blau dort oben, wo die Wolken ziehen – das ist vielleicht das Schönste, was du im Leben getan und gesehen hast.“


Installation am Aasee, Münster,

von Ilya Kabakov

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Riesenglück

von Rolf Zuckowski
Dass die Sonne sich verdunkelt, hatte man schon oft gesehn. Dass die Vögel nicht mehr flogen, war vielleicht noch zu verstehn.Dass es plötzlich kälter wurde, lag gewiss am Abendlicht, Doch das dumpfe Beben, was näher kam verstand man einfach nicht.

Man verkroch sich in den Häusern, niemand schlief in dieser Nacht, nur die Kinder wurden eilig mit einem Trunk zur Ruh gebracht, doch man hatte eins vergessen und als keine Zeit mehr blieb hörte man es singen am Straßenrand und es sang sein Lieblingslied

Riesen sind nur halb so groß, sind ja lange Zwerge bloß. Riesen haben riesen Angst wenn man ihnen auf der Nase tanzt.

Da erzitterte die Erde und es zog ein Sturm herauf. Und die Menschen in den Häusern gaben alle Hoffnung auf. Dieses Kind war länst verloren, das war nun für alle klar, denn es ahnte niemand in der Not, was da draußen geschehen war.

Und da trat er aus den Wäldern, der gefürchtete Gigant einen Baum von hundert Jahren knickte er mit einer Hand. Und er sah das kleine Wesen, das ihn nicht zu fürchten schien. Langsam kniete er sich zu dem Kind und es sang sein Lied für ihn.

Riesen sind nur halb so groß sind ja lange Zwerge bloß. Riesen haben Riesenangst, wenn man ihnen auf der Nase tanzt.